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Wie das Kreimer-Selberg-Museum in Holzhausen an ein echtes Schwergewicht kam



Holzhausen. Das im Sommer eröffnete Kreimer-Selberg-Museum in Holzhausen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nun bekam das Haus eine Stahlgusskokille geschenkt. Was das ist und was es damit auf sich hat.

Das war ein denkwürdiger Moment, als am Freitagvormittag ein Lastwagen vor dem Museum in der Sutthauser Straße hielt und mithilfe eines Krans eine 1200 Kilogramm schwere Stahlgusskokille abgeladen und neben dem Museumseingang platziert wurde. Bei einer Kokille handelt es sich um eine metallische Gussform, die zur Fertigung von maßgenauen Werkstücken verwendet wird und in der metallverarbeitenden Industrie weit verbreitet ist.

Stahlgusskokille war vorher im Garten eingegraben

„Unsere Kokille stammt aus den 1960er Jahren und kommt aus der Friedrich-Wilhelms-Hütte in Mülheim an der Ruhr“, erzählt Martin Duram vom Vorstand der Kreimer-Selberg-Stiftung, die das Museum in Holzhausen betreibt. „Weil die Friedrich-Wilhelms-Hütte von 2001 bis 2021 zur GMH-Gruppe in Georgsmarienhütte gehörte und wir im Museum auch eine Abteilung dem Stahlwerk gewidmet haben, mussten wir diese Kokoille natürlich unbedingt haben“, so Duram weiter.

Wie kam das Museum an die metallische Gussform? Martin Duram erklärt: „Wir hatten kürzlich den Betriebsrat der GMH-Gruppe für eine Führung zu Gast. Ein Teilnehmer erzählte dabei, dass er seit vielen Jahren eine Kokille in seinem Garten zur Hälfte eingegraben hat, die er uns zur Verfügung stellen würde. Da haben wir natürlich nicht lange überlegen müssen.“ Schnell war auch die Garten- und Landschaftsbaufirma Mohs aus Georgsmarienhütte mit im Boot und kümmerte sich um den Transport der Kokille, die auf einem stabilen Standfuß befestigt wurde.

Martin Duram sowie Stiftungsgründerin Elisabeth Kreimer-Selberg sowie ihr Sohn freuen sich über die 60 Jahre alte Kokille, die jetzt der neue Blickfang vor dem Museum sein soll.





Interesse am Museum ist groß

„Neben dem Eingang ist die Kokille jetzt der Blickfang und soll noch mehr Leute auf unser Museum aufmerksam machen“, erklärt Elisabeth Kreimer-Selberg, die die namensgebende Stiftung gründete, die hinter dem Museum steht. Das Interesse an dem erst vor wenigen Monaten eröffneten Haus sei inzwischen groß. „Zurzeit haben wir drei bis vier Führungen pro Woche“, so Kreimer-Selberg. Das Haus hat keine festen Öffnungszeiten, sondern kann nur nach vorheriger Terminvereinbarung (Telefon: 0171 2403065, E-Mail: kreimer-selberg@t-online.de) im Rahmen einer kostenlosen Führung besichtigt werden.

Fossilien aus dem Hüggel neu im Museum

Seit der Eröffnung des Museums ist die Ausstellung weitergewachsen. So gibt es mittlerweile ein neues Schulzimmer, in dem nicht nur alte Schulutensilien, von der Schulbank über Tasche bis hin zur Peitsche des Lehrers, sondern neuerdings auch im Hüggel gefundene Fossilien zu sehen sind, die vom Hasberger Museumsverein Hüggel zur Verfügung gestellt wurden. Sogar der letzte erhaltene Stellwerkshebel aus dem Holzhauser Bahnhof Patkenhof ist im Museum zu sehen.

Die Fossilien im Kreimer-Selberg-Museum wurden vom Hasberger Museumsverein Hüggel zur Verfügung gestellt.

Neues Exponat gibt Rätsel auf

Ein neues Exponat gibt den Museumsmachern allerdings Rätsel auf. „Uns wurde vor einer Woche eine Fahne der Schützen-Gesellschaft Patkenhoff von 1925 übergeben, die auf dem Dachboden der ehemaligen Gaststätte Bartholomäus gefunden wurde“, erzählt Martin Duram. Allerdings gebe es keinerlei Informationen zu dem Verein, da es sich dabei definitiv nicht um den Holzhauser Schützenverein von 1886 handele. Martin Duram stellen sich deshalb einige Fragen: „Wie lange existierte der Verein, was wurde daraus, wer waren seine Mitglieder?“ Duram hofft auf Informationen über die mysteriöse Schützen-Gesellschaft.

Diese Fahne gibt dem Kreimer-Selberg-Museum ein Rätsel auf.

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